Rangkorrelationskoeffizient nach Spearman
Der Rangkorrelationskoeffizient nach Spearman ist ein Maß für die Stärke
eines monotonen Zusammenhangs zwischen zwei mindestens ordinal skalierten
Größen. Im Gegensatz zum Korrelationskoeffizienten nach Pearson
wird bei der Berechnung des Korrelationskoeffizienten nach Spearman kein linearer Zusammenhang vorausgesetzt.
Voraussetzungen:
Die zu korrelierenden Größen sind mindestens ordinal skaliert.
Es liegen unabhängige Beobachtungspaare vor.
Der untersuchte Zusammenhang ist monoton.
Berechnung:
Zunächst werden die Werte beider Merkmale für sich aufsteigend
der Größe nach sortiert
und mit entsprechenden Rangzahlen versehen. Anschließend wird für jedes Wertepaar (xi,yi)
die Differenz di berechnet. Der Spearmansche Korrelationskoeffizient rs ergibt sich dann wie folgt:

Dabei ist n die Anzahl der Beobachtungspaare.
Interpretation:
Ist der Korrelationskoeffizient rs > 0, so liegt ein positiver Zusammenhang vor, ist rs < 0 so
besteht ein negativer Zusammenhang.
Kein Zusammenhang liegt vor, wenn rs = 0 ist.
Der Korrelationskoeffizient rs nimmt Werte zwischen -1 und +1 an.
Je dichter rs bei 0 liegt, desto schwächer ist der
Zusammenhang, je näher rs bei -1 oder +1 liegt, desto stärker ist der Zusammenhang:
0,0 ≤ rs ≤ 0,2 => kein bis geringer Zusammenhang
0,2 < rs ≤ 0,5 => schwacher bis mäßiger Zusammenhang
0,5 < rs ≤ 0,8 => deutlicher Zusammenhang
0,8 < rs ≤ 1,0 => hoher bis perfekter Zusammenhang
Einheitliche Richtlinien zur Bewertung der Korrelationskoeffizienten gibt es in der Literatur nicht,
obige ist nur eine von vielen. Die Übergänge sind fließend und man sollte eher den Sachbezug in die
Beurteilung des Korrelationskoeffizienten einbeziehen, als an festen Grenzen festzuhalten.
Bindungen:
Bindungen sind Beobachtungen, die denselben Rang haben (dem Wert nach gleich sind), diesen wird die mittlere Rangzahl
zugeordnet. In beiden Größen zusammen sollte die Anzahl verbundener Ränge 20% nicht übersteigen.
Anderenfalls ermittelt man rs, indem man den Korrelationskoeffizienten nach Pearson aus den Rängen berechnet
oder man beutzt eine für Bindungen korrigierte Formel zur Berechnung von rs. Weitere Informationen dazu geben
Lothar Sachs und Jürgen Hedderich in 'Angewandte Statistik', Springer Verlag, 12. Auflage.
Hinweis:
Der Korrelationskoeffizient liefert keine Informationen zur Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen den untersuchten
Merkmalen. Welche von beiden Größen die
abhängige und welche die
unabhängige ist
oder ob sich beide Größen gegenseitig bedingen, wird nicht geklärt. Ebenfalls ungeklärt bleibt,
ob evtl. eine Scheinkorrelation vorliegt.
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